Spaziergänge

Ein Kommentar von Dr. Wilfried Jacobi

Ein Spaziergang (im 15. Jahrhundert entlehnt von italienisch spaziare „sich räumlich ausbreiten, sich ergehen“) ist das Gehen (Ambulieren, Flanieren, Promenieren, Lustwandeln) zum Zeitvertreib und zur Erbauung (Wikipedia).

In den vergangenen Wochen hat in diesem Lande das so sinnvolle und heilsame menschliche Bedürfnis nach Bewegung an der frischen Luft von Mal zu Mal zugenommen – in allen größeren Städten und in vielen kleineren Gemeinden – so auch in Lippstadt und Soest (nach örtlicher Presse am 17. 01. je 1200 und 500 Menschen, die sich ‚spontan und zufällig’ getroffen haben).

Nun wird selbst im medialen ‚main stream’ schon vermutet, daß diese buchstäbliche Bewegung „zum Zeitvertreib und zur Erbauung“ in der winterlich-abendlichen Dunkelheit etwas zu tun haben könnte mit – zumindest bei diesen Minderheiten – dem dringenden Wunsch, nicht mehr den immer heftiger und absurder geäußerten Wünschen, ja angedrohten Zwängen staatlicher ‚Gesundheitsvorsorge’ ausgesetzt zu sein.

Es zeichnet sich ab, daß den Sprachrohren dieser Medien inzwischen doch die vielen fachlich nicht in die Ecke zu stellenden oder beiseite zu fegenden Stimmen bekannt sind, die die seit bald zwei Jahren befeuerte ‚Pandemie-Hysterie’ für mindestens unverhältnismäßig und deshalb übertrieben erklären. Sowohl Unwirksamkeit in der Dauer wie auch tendenzielle Gefährlichkeit in den Nebenwirkungen lassen sich für die unerprobten gentechnischen Impfstoffe nicht mehr abstreiten. Auch nicht, daß die Begeisterung für diese Impfstoffe abnimmt.

Und da diese Erkenntnisse nicht nur den Sprachrohren unserer vorsätzlich herbeigeführten Massenpanik dämmern, sondern– dem immer noch nicht völlig kontrollierten und gleichgeschalteten Internet sei Dank! – auch immer mehr Mitbürgern, gehen diese „zum Zeitvertreib und zur Erbauung“ zufällig zur gleichen Zeit in die Innenstädte. Es hat sich bis zu den genannten Sprachrohren herumgesprochen, daß dies eben auch etwas mit dem Eintreten für Grundrechte zu tun haben könne.

Man kann dazu nur etwas erfahren, wenn man mitgeht und mit dem Nachbar-Spaziergänger ins Gespräch kommt. Und hört, daß man auf die verfassungsmäßig bisher garantierten Grundrechte nicht verzichten könne und wolle, und es hört von aus guten Gründen Ungeimpften und von Geimpften, die sich haben behandeln lassen, unter dem Druck drohenden Arbeitsplatzverlustes oder in Unkenntnis der Impfstoff-Fragwürdigkeiten und einer nicht angebotenen individuellen Risikoabschätzung.

Es drängt sich heute der Vergleich mit dem – glücklich – gewaltfreien Ende des totalitären SED-Regimes im Jahr 1989 auf. Das souveräne Volk hat sich damals doch nennenswert zahlreich versammelt und seine Welt so bewusst verändert. Übrigens unter dem Schirm der Kirchen, den Vertretern eines ‚offiziellen` Christentums, das sich heute, was seine Bedeutung bei den Massen angeht, leider im Verschwinden zu befinden scheint.

Wie reagiert nun die hierarchisch gegliederte Obrigkeit von der mit knappen Ergebnissen ins Amt gerutschten Ampel-Bundesregierung über die Landeshäuptlinge vom grünen Kretschmann über den als Zahlen-Fälscher bezeichneten Söder (CSU)  und dem NRW-Ministerpräsidenten-Praktikanten Wüst (CDU) bis hin zu den Stadt- und Gemeinde-Oberen?

Auch hier hilft ihnen Wikipedia bei der Einschätzung:

Die aus verschiedenen Gruppierungen bestehenden Spaziergangsteilnehmer werden zumeist als "Querdenker" bezeichnet, wobei esoterische und rechte Gruppierungen wie auch Reichsbürger dominieren. Organisiert werden solche Spaziergänge mitunter sogar von rechten Parteien wie der NPD oder Der III. Weg. Der Staatsrechtler Johannes Hillje bezeichnete die sprachlich verharmlosende Verwendung des Spaziergang-Begriffs als politisch motiviertes Framing.

 

Sobald es um gesellschaftliche, gar politische Angelegenheiten geht, ist Wikipedia als links-grünes Sprachrohr einzuordnen und daher nur mit großer Vorsicht zu nutzen.

Dabei ist man sich bei ‚Be-(besser Ver-) Urteilung der Spaziergänger bei diesen Quellen nicht immer einig, ob man nun verharmlosen oder dämonisieren solle, was ja in der Konsequenz Ignorieren oder Dämonisieren und Verfolgen bedeutet. Immerhin weiß Wikipedia die Spaziergänger als überwiegend esoterisch (pfui), rechts (Nazi), ja gar als Reichsbürger einzuordnen und als Leute von der (sonst angeblich unerheblichen) NPD und Der III. Weg.

 

Woher dies gewusst wird? Vielleicht gehört es zu den intimen Erkenntnissen oder aber Zwecklügen von Herrn Haldenwangs (‚Verfassungsschutz’-Präsident) inlandsspitzeln. Und mit diesen Erkenntnissen darf die Staatsmacht ja eigentlich nicht untätig bleiben… Schau’n mer mal (der bekannte Spruch von Franze Beckenbauer). Warten wir die obrigkeitlichen Reaktionen ab.

 

Für Spaziergänger ist bis auf weiteres wichtig, daß sie die Wochentage und die Uhrzeiten unterscheiden können … und vielleicht ihr Grundgesetz im Auge behalten.