Katastrophe, Hysterie, Panik, Vernunft….unser Wetter

Ein Kommentar von Dr. Wilfried Jacobi

Wir trauern mit den Hinterbliebenen, Verwandten und Freunden der Hochwasseropfer der vergangenen Tage und wir fühlen mit jenen, die mit dem Leben davongekommen sind, aber vor dem Nichts stehen und nun ums überleben kämpfen.

Katastrophen können auch uns hierzulande jäh aufschrecken und zeigen, auf welch dünnem Eis wir Menschen alle leben.

Katastrophen lösen aber auch – wie wir wieder in den betroffenen Orten sehen – eine Welle von spontaner Hilfsbereitschaft aus, und das ist die überaus positive Seite der aktuellen Ereignisse.

 

Ein Wetterereignis wie dies nun regional erlebte dient – wie auch zu erwarten ist – den ‚Klimarettern’ als neuerlicher Beweis, nicht nur dafür, das sich Klima als Summe von Wetterereignissen über Jahrzehnte permanent ändert, sondern –  leider – auch dafür, daß die Veränderungen eben ‚menschen-gemacht’ seien. Und die gleichen Klimaretter fordern  nach dem Erlebten in messerscharfer Logik, wie z.B. Bundespräsident Steinmeier: „Kampf gegen Klimawandel entschieden aufnehmen“ (FAZ Titel am 17.07.2021).

 

Mit gutem Recht spricht NRW-Ministerpräsident Laschet „von einer Flutkatastrophe von historischem Ausmaß“ (FAZ am 18.07.2021). Allerdings hat das Wetter ‚historisches Ausmaß’ auch schon 2002 an Mulde und Elbe angenommen, wo Bundeskanzler Gerhard Schröder in Gummistiefeln damals ‚bella figura’ machte. Und so ist das jüngste, für so viele katastrophale ‚Wetterereignis’ ein zwingender Anlaß, ja eine Chance, die Position der angeblichen ‚Klimaleugner’ zu erörtern.

 

Diese Position könnte dazu führen, die unermesslichen Aufwendungen für eine nicht beweisbar mögliche oder gar nötige ‚Klimarettung’ nicht einer Schimäre zu opfern, sondern besser in die – allerdings mit höherem Aufwand als bisher – machbare und erkennbar notwendige Vorsorge gegen Unwetterschäden zu lenken.

Im Einzelnen: 

 

  1. Niemand leugnet heute, daß sich Klima (definiert als die Summe der Wetterereignisse über 30 Jahre) ständig ändert – wie seit Jahr-Millionen.

  2. Daß das von uns Nutznießern des ‚fossilen Zeitalters’ seit bald 200 Jahren in die Biosphäre entlassenen CO2-Gas (als ein ‚Klimagas’ unter anderen) so ausschlaggebend die Wetterentwicklung und damit das Klima bestimmt, und daß daher das Klima nennenswert zu beeinflussen oder gar zu ‚retten’ sei, muß aber mit Nachdruck bezweifelt werden. Die vom IPCC (Intergouvernemental Panel of Climate Change) mit politischen Absichten in die Welt gesetzten ‚Modellrechnungen’ sind grundsätzlich nicht beweisbar, müssen vielmehr aus Sicht des gesicherten meteorologischen Wissens aus der Vergangenheit als Panikmache gewertet werden.

  3. Daß dieser Panikmache ‚alle Welt’ folgt, muß allerdings zunächst ein geheimnisvolles Rätsel bleiben.

  4. Nicht in der fernen Zukunft liegen die lokalen Wetterausschläge auch bei uns – an Mulde, Elbe, Erft oder Duisburg (Tornado) und so weiter – von Kyrill oder Friederike (Orkane) ganz zu schweigen. Sie finden jetzt statt. Hier handfest tätig zu werden – und nicht nur jeweils beim Aufräumen –, ist eigentlich das Gebot der Stunde, dem auch die politisch Verantwortlichen folgen sollten. Das kurzzeitig lokal gewaltige Ausmaß der aktuellen Überforderung bisheriger Hochwasserschutzmaßnahmen zeigt, daß deutlich höherer Einsatz für die entsprechende Daseinsvorsorge nötig ist.

  5. Schon das Hochwasser 2002 in Sachsen, aber auch jedes Rhein-Hochwasser führte jeweils kurzzeitig zu Diskussionen über den notwendigen Umgang mit unseren natürlichen Gewässern, zur vernachlässigten Ausweisung von Überflutungszonen in Flußauen, zur Vermeidung von Wohnbebauung an Flussufern …

  6. Der Umgang mit den ‚künstlichen Gewässern’ in Städten und Gemeinden, mit der Kanalisation, gehörte in den vergangenen Jahrzehnten wohl vielerorts auch zu den leichtfertig vernachlässigten Infrastrukturaufgaben. Auch sie sind heute an gestiegene (Ausnahme-) Belastungen anzupassen.

  7. Hier die begrenzt vorhandene Wirtschaftskraft einzusetzen und nicht für das ferne Wolkenkuckucksheim einer ‚Klimarettung’, muß die Forderung der jetzt Lebenden sein.

  8. Selbst wenn viele der jetzt hier Lebenden an das dräuende ‚CO2-Unheil’ glauben, sollten sie sich klar machen, daß selbst totale augenblickliche Vermeidung der deutschen und europäischen CO2-Emissionen von 2 bzw. 10 % Weltanteil den Anteil des Rests der Welt aus China, Indien, den USA nicht spürbar beeinflussen kann. Der ihnen so  als unbeweisbar ‚erklärte’ Klimawandel käme ja vom Rest der Welt so und so. Seine Auswirkungen aber könnten durch rationalen Einsatz der nur einmal verfügbaren Mittel – zumindest – gemildert werden.

  9. Wäre es nicht wunderbar, wenn Bundespräsident und Ministerpräsident und alle anderen CO2-Gläubigen in einem Moment der Erkenntnis umsteuern könnten. Wenigstens die bei künftigen extremen Wetterereignissen vermeidbaren Opfer könnten es ihnen danken.